Bemerkenswerte Einsätze seit 1974
1975 wurde auch die Ohlstedter Wehr zur Bekämpfung des Heidebrandes gerufen. Zahlreiche Kameraden waren damals bis zu 4 Tage im Einsatz.
Im November 1978 brannte die Revierförsterei in Wohldorf. Trotz schnellem Einsatz der Wehren aus Ohlstedt, Duvenstedt und Wohldorf sowie der Berufsfeuerwehr aus Sasel und Alsterdorf konnte die totale Vernichtung des alten Strohdachhauses nicht verhindert werden.
Am 13. Januar 1987 um 3:30 Uhr wurde die Ohlstedter Wehr zum Brand des Gebäudes Poppenbüttler Chaussee 1 "Relais de France" in Duvenstedt gerufen. Die äußeren Bedingungen waren mehr als ungünstig. Die Temperaturen lagen bei -18 Grad Celsius und es lag ca. 1/2 Meter Neuschnee (übereinander). Durch die niedrigen Temperaturen erwies sich die Löschwasserversorgung als extrem schwierig, da das Löschwasser bereits in den Schläuchen gefror. Der Löschzug aus Sasel konnte nur hinter einem Schneepflug her zur Einsatzstelle fahren. Das Feuer hatte sich beim Eintreffen der Wehren aus Duvenstedt, Ohlstedt, Lemsahl-Mellingstedt und Wohldorf bereits soweit ausgebreitet, dass die Zerstörung des gesamten Gebäudekomplexes nicht mehr verhindert werden konnte.
Am 16.1.1989 um 2:00 Uhr wurde die Freiwillige Feuerwehr Ohlstedt alarmiert, um zu einem Brand eines Strohdachhauses am Ellerbrockswisch zu fahren. Da die Bewohner nicht im Hause waren, wurde die Feuerwehr durch die Nachbarn zu spät gerufen, so dass das Gebäude nicht mehr zu retten war. Ein Übergreifen auf die grasgedeckten Häuser der Finnhaussiedlung konnte durch die Ohlstedter Wehr und die Berufsfeuerwehr aus Sasel jedoch verhindert werden.
Am 24.5.1992 um 1:30 Uhr wurden die Freiwilligen Feuerwehren des Bereiches Walddörfer, als erstes die Wehren aus Wohldorf und Ohlstedt, zur Herrenhausallee nach Wohldorf gerufen, wo eine Scheune des Wohldorfer Hofes in voller Ausdehnung brannte. Durch das schnelle Einschreiten der freiwilligen Feuerwehren in Zusammenarbeit mit der Berufsfeuerwehr konnte ein übergreifen der Flammen auf einen nur 5 Meter entfernten Rinderstall mit ca. 60 Rindern verhindert werden. Die Lösch- und Aufräumungsarbeiten dauerten ca. 10-12 Stunden.
An den 26. April 1993 werden sicherlich noch zahlreiche Ohlstedter lange zurückdenken.
Um 11:41 Uhr wurde die Ohlstedter Wehr zum Ohlstedter Platz 32 gerufen. Hier brannte das als
Asylbewerberheim genutzte Strohdachhaus (Liebermannhaus). Dicke schwarze Rauchschwaden standen
über dem gesamten Ohlstedter Platz und der beißende Qualm war in ganz Ohlstedt zu spüren.
Eine Alarmierung der Feuerwehr erfolgte trotz im Haus installierter Feuermeldeanlage so
spät, dass trotz eines Großaufgebotes der Feuerwehr eine totale Zerstörung des Gebäudes
durch Feuer und Löschwasser nicht verhindert werden konnte.

Am 14.11.1993 brannte es abermals auf dem Wohldorfer Gutshof an der Herrenhausallee. Um 1:30 Uhr wurden als erstes die Wehren aus Wohldorf und Ohlstedt alarmiert.
Es brannte das Dach des mit ca. 1000 qm größten Stalles des Gutshofes in voller Ausdehnung. Da in Wohldorf keine Hydranten vorhanden sind, stellt die Löschwasserversorgung bei einem Brand dieser Größenordnung ein ernstes Problem dar. Die Wehren aus Wohldorf und Ohlstedt versorgten die Berufsfeuerwehr und sich selbst mit Löschwasser aus dem auf dem Gutsgelände befindlichen Teich. Die Kapazität dieses Teiches reichte aber nicht aus, um alle anwesenden Wehren mit Wasser zu versorgen.
Es wurden extra noch Wasserversorgungsleitungen von den in der Nähe liegenden Teichen zur Einsatzstelle gelegt, um genügend Löschwasser für dieses wirklich riesige Feuer vor Ort zu haben. Die Feuerwehrkenner unter den Lesern wissen, was der Begriff "Wasserversorgung über lange Wegstrecken und aus offenem Gewässer" bedeutet. In erster Linie benötigt man für ein solches Vorhaben natürlich mehr Zeit für den Aufbau einer Löschwasserversorgung als in Stadtgebieten mit der Versorgung von Löschwasser aus dem Hydranten. In 2. Linie benötigt man auch mehr Feuerwehrmänner und -frauen.
In Zusammenarbeit und durch das schnelle und entschlossene Handeln der freiwilligen Feuerwehren des Bereiches Walddörfer, außer der Wohldorfer und der Ohlstedter Wehr wurden auch die Wehren aus Duvenstedt, Lehmsahl-Mellingstedt, Bergstedt und Volksdorf alarmiert, und der Berufsfeuerwehr konnte der Brand auf das betroffene Gebäude begrenzt werden, so dass weitere Teile des Gutshofes nicht in Mitleidenschaft gezogen wurden. Die Lösch- und Aufräumungsarbeiten dauerten ca. 14 Stunden.
Soweit zu den spektakulären Brandeinsätzen der letzten Jahre und Jahrzehnte. Natürlich wird die Ohlstedter Wehr auch im Rahmen des Katastrophenschutzes bei den jährlichen ein bis zwei mal wiederkehrenden Stürmen eingesetzt. Hier ist die Wehr dann meist über viele Stunden im nordöstlichen Hamburger Stadtgebiet tätig und räumt umgestürzte Bäume von den Straßen und dichtet abgedeckte Dächer ab.
Die Haupttätigkeit der Freiwilligen Feuerwehr Ohlstedt liegt aber seit 1991 in der Erstversorgung von schwer verletzten und schwer erkrankten Personen. Diese Einsatzkomponente nimmt ca. 70% aller Einsätze ein und bedeutet, das die Ohlstedter Wehr im Schnitt zwei bis drei mal pro Woche alarmiert wird.
Alles in den vorher gelesenen Berichten geschilderte wird in allen Freiwilligen Feuerwehren natürlich eben freiwillig, unentgeltlich und meistens auch noch in der heute so kostbaren Freizeit geleistet. So war es in den Gründungsjahren der Freiwilligen Feuerwehr Ohlstedt und so ist es auch heute zum 112-jährigen Bestehen.
Sich mit einer solchen "Freiwilligkeit" in den Dienst der Allgemeinheit zu stellen, ist heute aber sicherlich nicht mehr selbstverständlich. In unserer heutigen, eher egoistischen Welt, sind die allermeisten Menschen nur auf ihren eigenen Vorteil bedacht. Wenn dann der Einzelne einmal in Not gerät, erwartet er, dass ihm auch umgehend geholfen wird. Und zwar vom Staat. Wozu zahlt man den schließlich Steuern ?! Nur der Staat sind wir Alle ! ! Was soll aus einem Staat werden, in dem der Einzelne nicht mehr bereit ist, etwas freiwillig, unentgeltlich und auch meistens in seiner Freizeit für den Anderen, den in Not Geratenen zu tun? In der Freiwilligen Feuerwehr Ohlstedt sind auch im Jubiläumsjahr 25 Feuerwehrmänner und -frauen in der Einsatzabteilung bereit, zu jeder Tages- und Nachtzeit ihre Arbeitskraft freiwillig und unentgeltlich in den Dienst der Allgemeinheit zu stellen.
Damit diese Zahl der freiwilligen Feuerwehrmänner so bleibt bzw. vielleicht ja auch noch gesteigert werden kann, würden wir uns über jede Anfrage eines Interessenten bzw. einer Interessentin freuen. Die Betreffenden sollten zwischen 17 und 45 Jahren sein und in Ohlstedt wohnen. Das es bei der Ohlstedter Feuerwehr außer dem ernsten Einsatz- und Übungsdienst auch noch viel Spaß und eine gute Kameradschaft gibt, davon können sich Interessenten/-tinnen gern einmal auf einem Übungsabend überzeugen.
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